Freidorf – die Namensgebung Nach der Roggwiler Dorfchronik wird Freidorf 1325 erstmals schriftlich erwähnt und führt freidorfer Nachkommen und alle anderen Interessierten auf die Spur seiner geschichtlichen Entwicklung. Damals benennt man Freidorf noch etwas umständlicher, jedoch sinngetreu. Es wird „ze dem Frygen Dorff“ genannt. Dies bedeutet, dass Freidorf zur damaligen Zeit als viele Weiler und Dörfer einen Teil ihres Ernteertrages an regierende Landsherren abgeben mussten, davon befreit war. Der Ursprung dieses Privileges bleibt ungewiss. Möglicherweise, so wird in der Dorfchronik vermutet, ist die ideale Lage mit den Verbindungsstrassen nach St.Gallen, über Roggwil nach Arbon und über Berg nach Arbon ein Grund dafür. Die Bewohner und Bewohnerinnen Freidorfs haben verschiedenste Fuhrdienste angeboten und könnten deshalb von einem Teil der Abgaben befreit worden sein. Eine weitere Erklärung der Namensgebung ist aus dem Buch „Elfhundert Jahre Roggwil“ heraus zu lesen. Die Alemannen, die Vorfahren der hiesigen Bevölkerung, zogen wie viele andere germanische Völkerstämme von Ost nach West. Um den Römern, welche sich in Arbon niedergelassen hatten, nicht in die Quere zu kommen zogen die Alemannen landeinwärts. An einer Stelle am Haselbach liessen sie sich nieder und nannten den Ort „ Rocconwilare“, nach ihrem Stammesältesten Rocco. Das folgende Gedicht von einem Professor Götzinger beschreibt ihre Lebensweise: „Zerst von den Waldgehängen sie rüteten den Tann Nah an des Bachesschwelle, da hoveten sie sich an Brachen dann den Acker und buten Korn und Win Erzogen Ross und Rinder und mästeten das Swin Und uff der fruchtbar Scholle dann Sass fry der Alemann Und genau dieses „fry“ in der letzten Zeile lässt eine Verbindung zum heutigen Namen Freidorf ziehen. Möglicherweise haben die „fryen“ Alemannen das heutige Freidorf nicht nur in der alltäglichen Lebensweise geprägt, sondern auch mit ihrem unabhängigen Sein der Namensgebung Freidorfs nachgeholfen. Das Schloss Freidorf Die Familie Högger, welche durch den Leinwandhandel mit Frankreich sehr reich wurde besass unter anderem das Schloss Freidorf. Die französischen Nachkommen genossen ihre Ferien in Freidorf. Zum Dank unterstützten sie die Umgebung mit mehreren hundert Gulden. Im Verlaufe der Zeit wurden die Kosten des Unterhaltes und Abgaben an Zürich und Bern für die Familie Högger zu viel. Das Schloss wurde versteigert. Der neue Besitzer eröffnete eine Wirtschaft im unteren Stock des Schlosses. Diese wurde aber bald wieder geschlossen und es folgten verschiedene Handwerksbetriebe, die die Räume des Schlosses nutzten. Unter anderem eine Peitschenfabrik, gefolgt von einer Stickerei, bis es zu einer Mietskaserne  umfunktioniert wurde. Heute teilen sich mehrere Wohnparteien das Bauwerk. Einnahmequellen der Bevölkerung Schon die Alemannen lebten vom Ackerbau und der Viehzucht (vgl. Gedicht oben). Nicht anders die Freidorferinnen und Freidorfer. Aus dem Jubiläumsbuch zum 75jährigen Bestehen der Raiffeisenbank geht hervor, dass die Bevölkerung von Freidorf „gwerchig“ und sparsam gewesen sei. Ihren ursprünglichen Verdienst erarbeiteten sie sich vor allem durch den Ackerbau. Korn, Haber, Flachs und Hanf wurden angebaut und in den damals noch bestehenden Mühlen verarbeitet. Mit der Zeit stellten die Bauern fest, dass sich der eher schwere Boden besser zur Graswirtschaft, bzw. Weidegang eignete. Zur Haupteinnahmequelle wurde die Milchwirtschaft. Durch die bereits erwähnte zentrale Lage als Verbindungspunkt zwischen St.Gallen und Arbon gab es schon bald mehrere Wirtschaften, welche die Reisenden verköstigten. 1985 gab es noch sechs davon: Schäfli, Biene, Kreuzegg, Blumenau, Hörnli und Mammertsberg. Heute hat Freidorf zu den Landwirtschaftsbetrieben und den Gasthäusern einige gewerbliche und industrielle Betriebe dazu gewonnen. Quellen: Elfhundert Jahre Roggwil, Dr. med. vet. Ernst Widmer, 1954 75 Jahre Raiffeisenbank Berg-Freidorf, Dr. Arnold Edelmann, 1985 Roggwil TG, Geschichte und Gegenwart, Johannes Huber, 2004
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